Katasterexperten in der Mühle

Vermessungs- und Katasterexperten zum zweiten Mal in der Mühle
Am 23. Juli konnte eine Gruppe ehemals in Sachsen-Anhalt tätiger Vermessungs- und Katasterexperten zum zweiten Mal die Gastfreundschaft des Räbker Fördervereins Mühle Liesebach für ihre traditionelle Frühstücksrunde genießen.
Die meisten Gäste erinnerten sich noch gut an ihr erstes Treffen in der Mühle im Jahr 2017. Diesmal begrüßte der Vereinsvorsitzende Klaus Röhr einen noch größeren Teilnehmerkreis. Vierzehn trotz Ruhestand Kontakt pflegende Kollegen, teils von Angehörigen begleitet, waren aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angereist.
In gewohnt ebenso überzeugender wie humorvoller Weise erläuterte Klaus Röhr die seitdem erzielten Sanierungsfortschritte bei Mühlengebäude- und ‑ausstattung.

Joachim Traumann beim Fachvortrag
Den Schwerpunkt des Treffens bildete ein Fachvortrag von Joachim Traumann aus Warberg über die Vermessung der Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Sie war im Zuge des Grundlagenvertrages von beiden Staaten vereinbart worden und erfolgte in den Jahren 1973 bis 1976.
Joachim Traumann war vom Katasteramt Helmstedt als Leiter eines westdeutschen Vermessungstrupps eingesetzt, um in förmlich festgelegter Zusammenarbeit mit ostdeutschen Vermessern den Grenzverlauf — überwiegend identisch mit der historischen Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Braunschweig — festzustellen und vermessungstechnisch genau und sicher zu fixieren. Nach der Wende wirkte er, wie die meisten „gelernten“ Niedersachsen und ihre ostdeutschen Kollegen der Frühstücksrunde, in führender Position beim Aufbau eines funktionstüchtigen Vermessungs- und Katasterwesens in Sachsen-Anhalt mit, überwiegend als Behördenleiter des Katasteramtes Haldensleben.
Unter Nutzung der neuen Medientechnik der Mühle vermittelte Joachim Traumann authentisch technische, eigentumsrechtliche, politische und zwischenmenschliche Aspekte dieses einmaligen, historischen Vermessungsprojektes.
Selbstverständlich durfte zum Abschluss eine – wenn auch kurzgefasste – Mühlenführung nicht fehlen.
Ein herzlicher Dank der Teilnehmer gilt dem Förderverein mit seinen aktiven Mitgliedern, besonders Klaus Röhr und ebenso Roswitha Röhr, die das Frühstück mit einem leckeren selbstgebackenen Apfelkuchen krönte.
Zusatz des Vorsitzenden des Mühlenvereins:
- Ein aufrichtiger Dank an den Teilnehmerkreis für die Spenden, die linear in die Instandsetzung der Anlage eingesetzt werden.


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