Alle Jahre wieder

„Geist­li­che Wie­der­ho­lungs­tä­ter“ zu Gast in der Müh­le

Wenn der April sei­ne vol­le Früh­lings­kraft ent­fal­tet, beginnt für die Was­ser­müh­le Liesebach die neue Pil­ger­sai­son auf dem Braunschweiger Jakobs­weg. Den Auf­takt mach­te auch in die­sem Jahr eine ver­trau­te Run­de : Das Pfar­rer­ehe­paar Axel und Clau­dia Lund­beck aus Gos­lar führ­te als erfah­re­ne Pil­ger­be­glei­ter 16 Land­frau­en aus dem Land­kreis Wol­fen­büt­tel auf ihrer zwei­tä­gi­gen Tour. Der Weg führ­te die Grup­pe von Mari­en­born über das Klos­ter St. Lud­ge­rus in Helm­stedt, wo sie zwei­mal über­nach­te­te, nach Räb­ke und schließ­lich wei­ter zum Kai­ser­dom nach Königs­lut­ter.

Nach der Ankunft in der Müh­le gegen 11:45 Uhr (16. April) ver­sam­mel­ten sich die Teil­neh­me­rin­nen an einem bereit­ge­stell­ten Steh­tisch. Jede leg­te ein am Weges­rand gefun­de­nes „Expo­nat“ aus der Natur nie­der – ver­se­hen mit per­sön­li­chen Gedan­ken und einem Blick für die Farb­kraft der Fund­stü­cke. Wäh­rend Grün- und Gelb­tö­ne domi­nier­ten, konn­ten selbst klei­ne Zivi­li­sa­ti­ons­über­bleib­sel wie Plas­tik­teil­chen oder ein Feu­er­zeug die fried­li­che Stim­mung nicht trü­ben. Da der Lini­en­bus nach Helm­stedt um 15:53 Uhr erreicht wer­den muss­te, war der Zeit­plan in die­sem Jahr straff orga­ni­siert, was dank gemein­sa­mer Dis­zi­plin gut gelang.

Für das leib­li­che Wohl sorg­ten Ros­wi­tha Röhr und Mar­git Lün­se, die die Kaf­fee­ta­fel logis­tisch per­fekt vor­be­rei­tet hat­ten, wäh­rend Ralf Lün­se als Müh­len­füh­rer bereit­stand.

Ein Brie­fing durch die Jahr­hun­der­te : Von 1236 bis 2025
Der inhalt­li­che Teil star­te­te mit einer Prä­sen­ta­ti­on über den Müh­len­ver­ein und des­sen uner­müd­li­che Restau­rie­rungs­ar­beit. Die Teil­neh­me­rin­nen erfuh­ren Span­nen­des über die mit­tel­al­ter­li­che Geschich­te der Müh­le, das erfolg­reich abge­schlos­se­ne LEA­DER-Pro­jekt 2025 und das „Team Spe­zi­el­le Ope­ra­tio­nen“ (TSO), das bereits über 20.000 ehren­amt­li­che Arbeits­stun­den geleis­tet hat. Gar­niert wur­de der Vor­trag mit Anek­do­ten über die Haupt­spon­so­rin Her­mi­ne Liesebach und Geschich­ten über Ein­zel­pil­ge­rin­nen, die der Vor­sit­zen­de gele­gent­lich an Arbeits­mit­t­wo­chen ent­lang des Weges „abfängt“ und mit Infor­ma­tio­nen ver­sorgt.

Land­wirt­schaft ver­bin­det : Über die Eta­gen bis zum Papier
Bür­ger­meis­ter Rai­ner Anger­stein begrüß­te die Gäs­te aus dem Nach­bar­land­kreis herz­lich. Beson­ders erfreu­lich : Zwei der Damen sowie deren Ehe­män­ner waren dem Chro­nis­ten bereits aus frü­he­ren Zei­ten bekannt – die Land­krei­se berüh­ren sich eben im Elm. Nach einer kur­zen Ein­füh­rung in die dörf­li­che Bedeu­tung der Müh­len, wur­den die Gäs­te in zwei Trupps über die Eta­gen der Mahl­müh­le geführt.

Ein beson­de­res High­light war das dre­hen­de Modell der Fürst­li­chen Papier­müh­le, das die Papier­her­stel­lung aus Lum­pen ver­an­schau­lich­te und für stau­nen­de Gesich­ter sorg­te. Zum Abschluss warf die Grup­pe einen Blick in den neu­en Raum über dem ehe­ma­li­gen Schwei­ne­stall. Eine Teil­neh­me­rin tauf­te die­sen spon­tan in einen „Co-Working Space“ um – ein krea­ti­ver Impuls, den das Team ger­ne auf­nahm.

Pünkt­lich am Thie kam der Bus nach Helm­stedt an. Vor der Abfahrt gab es noch Erläu­te­run­gen zur his­to­ri­schen Bedeu­tung die­ses Dorf­plat­zes und sei­ner jüngs­ten Sanie­rung. Damit ende­te ein gelun­ge­ner ers­ter Tag.

Tag 2 im 7‑Müh­len-Dorf
Da das Früh­stück im Klos­ter auf 08:00 Uhr (17. April) fest­ge­setzt war und zum gewünsch­ten Zeit­ab­lauf kein Zug von Helm­stedt Rich­tung Wes­ten ver­kehrt, sprang erneut das „Fuhr­un­ter­neh­men Müh­len­ver­ein“ ein. Egbert Asel­mei­er, Rai­ner Anger­stein, Gesa Röhr, Klaus Röhr und Chris­ti­an Lub­ko­witz hol­ten die Pil­ger­grup­pe um 08:45 Uhr am Klos­ter ab.

Nach einer kur­zen Dorf­rund­fahrt inklu­si­ve Neu­bau­ge­biet und der Pil­ger­kir­che an der Haupt­stra­ße erreich­te die Grup­pe für eine mor­gend­li­che Andacht den Was­ser­er­leb­nis­platz an der Schun­ter. Die mor­gend­li­che Andacht stärk­te die Pil­ger mit fröh­li­chem Lied, Psalm und Gebet und berei­te­te mit Herz und Ver­stand auf das Errei­chen des Zie­les in Königs­lut­ter vor.
Bevor der Jakobs­weg auch auf einem Abschnitt Schun­ter-Rad­weg an Feri­en­park und Frei­bad vor­bei wei­ter Rich­tung Ziel­ort führ­te, konn­ten noch zwei wei­te­re Was­ser­müh­len im Vor­bei­pil­gern begut­ach­tet wer­den.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön gilt Axel und Clau­dia Lund­beck und den Land­frau­en für ihr gro­ßes Inter­es­se und die groß­zü­gi­gen Spen­den. Bei die­sem Pro­gramm war das strah­len­de Pil­ger­wet­ter an bei­den April­ta­gen mehr als ver­dient. 😉

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